CHMS Rödental

Die von uns erreichten Verbesserungen sind das Ergebnis eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) der kein Projektende kennt. Ich konnte die Veränderungen nur durch ausreichende Fach- und Prozesskenntnisse umsetzen. 

 

Ausgangssituation
1990 sind wir von Coburg nach Rödental umgezogen und haben unseren neuen Standort in Betrieb genommen. Gleichzeitig habe ich für die Betriebsdaten eine neue Version zur Betriebsdatenermittlung eingesetzt. Unsere Verbrauchswerte der Medien waren extrem hoch:
Wasserbedarf: 24 m³ pro Tonne
Gas: 240 m³ pro Tonne

Auslöser!
Auslöser war der enorme Kostendruck und der Gedanke wettbewerbsfähig zu bleiben.

Herangehensweise
Ich habe mir meine bestehende Technik genau angesehen und geprüft, welche neueren Verfahren/Technik ich mir nach dem Neubau leisten könnte. Anschließend wurde durch einen fünf Jahresplan genau betrachtet, wann und in welcher Reihenfolge die Neuerungen realisiert werden können. Diese Arbeitsweise habe ich mir bis heute erhalten.

Durchführung
1. Schritt: Mit einer ganzheitlichen Betrachtung habe ich mir die höchsten Energieverbraucher gesucht sowie die Potenziale für Verbraucher. Um die Wasser- und Energieverbräuche der veschiedenen Warengruppen weiter zu optimieren wurde der Bedarf an Speicherung errechnet.
2. Schritt: Das Wasser aus der ersten Verwendung enthält Faserabrib (Flusen), welcher in der nächsten Anwendung stören und zu einem Quallitätsverlust führen könnte. 
3. Schritt: Welche Wasserquallität wird benötigt, um keine Qallitätsverluste in der sauberen Wäsche zu riskieren.
4. Schritt: Die neuen Einstellungen der Maschinen und der Einbau von Wasser- und Wärmerückgewinnung wurden in kleinen Versuchen erprobt und aufgezeichnet.
5. Schritt: Die  Kosten und die Umsetzung der Veränderung wurden geplant und ausgeführt.
6. Schritt: Die Veränderungen wurden in der täglichen Statistik überwacht.
Prozesswasser mit 70°K (Grad Kelvin differenz) hat einen Energieinhalt von 98,2 kW, das entspricht 8,77 m³ Gas / 4,92 €.

Einzelmaßnahmen
Die wichtigste Maßnahme ist die ganzheitliche Betrachtung über den gesamten Betrieb. Nur so konnten wir erkennen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und in welchen Schritten sie auch durchgeführt werden können.
1. 1992 Austausch der alten Badwechselmaschinen zu Waschmaschinen mit Wasserrückgewinnung
2. 1994 Die erste Wasser Rückgewinnung von der Handtuchrolle zur Schmutzmatte Kaskadennutzung
3. Optimierung der Touren für unseren Lieferservice
4. Druckluft-Leckagen und Netzdruck reduziert
5. Eingesetzter Wasserbedarf in den Waschstraßen von 18 l auf 6 l reduziert
6. Beleuchtung auf LED Lampen umgerüstet
7. Den Bremsstrom unserer Zentrifuge wieder zum Nutzstrom umgewandelt

Von der Auswirkung her hat die Kaskadennutzung unseres Waschwassers den stärksten Effekt gebracht. Kaskadennutzung ist eine Waschwassermehrfachnutzung. Dabei wird das Wasser mit den Inhaltsstoffen Energie und Waschchemi nach einer Filterstufe (> 100 µ) gereinigt und in einem weiteren Waschverfahren eingesetzt. Dabei wird die Energie von 65 Grad Celcius auf ca. 35 Grad Celcius aufgebraucht. Die Verwendung der Waschlauge wird von gering belasteter Wäsche (Stoffhandtuchrollen) zur stark belasteten Wäsche (Mopp und Schmutzmatten) eingesetzt. Die Einsatzmenge der Waschchemi wir dabei nur noch auf die notwendige Menge für den nächsten Prozess nachdosiert.
Da wir stetig an einer Verbesserung unserer Betriebsabläufe und Betriebsprozesse arbeiten, ist das „Projekt“ Energieeffizienz nie abgeschlossen und entwickelt sich fortwährend weiter.

Auswirkung (1990 - aktuell)
Veränderungen der Medienverbräuche pro Tonne bearbeitete Wäsche:

  • Die bearbeitete Wäsche in Tonnen/ Jahr: 1990=568 t, 2015=3.400 t
  • Wasser:  von 24m³ auf 2,2 m³/t
  • Gas: von 240 m³ auf 50 m³/t
  • Strom: von 136 kWh auf 72 kWh/t
  • Waschchemie konnte um ca. 60 Prozent reduziert werden.

Einsparungen 2015

  • Wasser: 74.120 m³                 
  • Gas: 646.000 m³                
  • Strom: 217.600 kWh   

Kontakt

C H M S GmbH & Co. KG
Coburger Str. 19
96472 Rödental

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